Dies ist keine Pfeife. Der Übersetzer Eugen Helmlé

Eugen Helmlé (1927 bis 2000) war einer der bedeutenden Literaturübersetzer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag im Bereich der Übertragungen aus dem Französischen und Spanischen.

Angeregt von Max Bense, dem Begründer der Stuttgarter Schule, unternahm Helmlé, der in Sulzbach lebte und arbeitete, gemeinsam mit Ludwig Harig, bereits in den 1950er Jahren den Versuch, experimentelle französische Texte ins Deutsche zu übertragen. Die Beschäftigung mit den Dichtungen des französischen Surrealismus und seiner Nachfolger hat seine Arbeit bis in die späten Jahre wesentlich geprägt.

Die besondere Qualität der Übertragungen Helmlés basiert auf ihrem sprachschöpferischen Potential und auf ihrem Gespür für die ästhetische Dimension des literarischen Kunstwerks. Besonders hervorzuheben ist im Zusammenhang seiner Auseinandersetzung mit der experimentellen Literatur die inspirierende Auslotung der Möglichkeiten der deutschen Grammatik und Syntax.

Vor diesem Hintergrund zitiert die Ausstellung des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass, die den Nachlass des Übersetzers präsentiert, mit ihrem Titel das Gemälde „La trahison des images“ des belgischen Surrealisten René Magritte. Wie seine Reflexion über die Beziehung von Bild und Abbild denkt auch Helmlé in seinen Übersetzungen über die Relation von ausgangssprachlichem Original und deutscher Übertragung nach.

Die Ausstellung wird am 5. September um 18.00 Uhr eröffnet und ist bis zum bis zum 5. Januar 2018 zu sehen.