„Merkwürdigerweise ist es uns ja nicht gelungen, das Buch durchzusetzen“ Briefe aus den Sammlungen des Literaturarchivs

Für Christian Fürchtegott Gellert vertrat die briefliche Korrespondenz die Stelle eines Gesprächs zwischen Menschen. Der im 18. Jahrhundert einflussreiche Brieftheoretiker erkannte in dem Medium eine Möglichkeit zur selbstreflexiven Vergewisserung eigener Empfindungen und Vorstellungen, die zugleich das Fühlen und Denken des Anderen antizipieren. Dem Brief als Kommunikationsform ist daher die Verbindung von Einsamkeit und Gemeinschaft, die Gleichzeitigkeit von intimer Nähe und distanzierter Betrachtung zu eigen.

Neben solchen, in persönlich-privaten Schreiben bedeutsamen Aspekten kommt dem Brief eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen zu: Telegramme dienen einer auf Faktenvermittlung konzentrierten Kommunikation, Korrespondenzen zwischen Autoren und ihren Verlegern erörtern sowohl literaturästhetische als auch vertragsrechtliche, finanzielle oder drucktechnische Fragen, Feldpostbriefe sind mit banger Hoffnung erwartete Lebenszeichen eines geliebten Menschen, wieder andere Schreiben fingieren lediglich die freundschaftliche Vertrautheit, sind jedoch bereits in ihrer Anlage und Wirkungsabsicht an ein größeres Lesepublikum gerichtet.

Aus den Sammlungen des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass präsentiert die Ausstellung eine Auswahl von Briefen, die von Autorinnen und Autoren aus dem Saarland, Luxemburg, Lothringen und dem Elsass verfasst worden sind. Ihre Korrespondenzen spiegeln die Möglichkeiten, die dem Medium im Feld der Literatur zu eigen sind.

Die Ausstellung wird am 18. Januar 2018 um 18.00 Uhr eröffnet und ist bis zum bis 6. April 2018 zu sehen.