Goethe und der Bergbau

Bereits im elterlichen Haus am Großen Hirschgraben in Frankfurt am Main machte sich der junge Goethe in der Auseinandersetzung mit den naturwissenschaftlichen Sammlungen seines Vaters mit den Grundlagen der Geologie und Mineralogie vertraut. Indem der Schriftsteller zu Beginn des Jahres 1776 beschloss, dauerhaft in Weimar zu bleiben und in der Folge in erste Regierungsgeschäfte eingebunden wurde, wurde er auch in die von Herzog Carl August beabsichtigte Wiederbelebung des Bergbaus in Ilmenau einbezogen. Von 1777 bis 1814 war er Mitglied der Bergwercks-Commission, von 1780 bis 1804 oblag ihm sogar deren Direktion.

In dem Bestreben den dortigen Silber- und Kupferbergbau wiederzubeleben, intensivierte sich auch die Beschäftigung mit montanwissenschaftlichen, geologischen und mineralogischen Fragen. So legte Goethe auf seinen Reisen durch die deutschen Länder, die Schweiz und Italien Gesteinssammlungen an, besichtigte Bergbaue, um sich über technische Entwicklungen kundig zu machen, und wanderte durch Gebirge, um ihre topographische Struktur und Formation nachzuvollziehen und zu begreifen. Die gemachten Beobachtungen, gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten legte er in einer Vielzahl von Aufsätzen nieder, mit denen er sich rege an den geologischen und mineralogischen Debatten seiner Zeit beteiligte.

Vor allem aber beeinflussten Gesteinskunde und Montanwissenschaft sein literarisches Werk. Ihre Reflexe finden sich sowohl in Gedichten als auch in dramatischen, erzählerischen und autobiographischen Werken. Ein genauer Blick zeigt, dass naturwissenschaftliche, ästhetische und philosophische Diskurse sich in Goethe Denken einander bedingen und durchdringen.

Die Ausstellung eröffnet daher Einblicke in Goethes mineralogische Schriften, seine administrative Arbeit im Kontext des Ilmenauer Bergbaus und seine dichterische Auseinandersetzung mit geologischen Bildern, Motiven und Denkfiguren.

Die Ausstellung wurde am 28. Juni um 17.00 Uhr eröffnet und ist bis zum bis 25. August 2017 zu sehen.