Werner Nachtigall. Amerika vor 50 Jahren

Bevor Werner Nachtigall an die Universität des Saarlandes berufen wurde, lehrte und forschte er an der University of California in Berkeley. Hier hat er die Anfänge der studentischen Revolution des Jahres 1968 miterlebt. Während dieser Zeit bereiste er, gemeinsam mit seiner Frau und seiner damals zweijährigen Tochter, in einem Hillman-Husky Station-Wagon den Westen der Vereinigten Staaten. Die die Städte und Straßen, die Landschaften und Menschen, denen er auf seinen Fahrten begegnet ist, hat er mit seiner Kamera der Marke Plaubel Makina (6 x 9cm) im Bild festgehalten.

Nach fünfzig Jahren strahlen seine Fotografien einen eigentümlich nostalgischen Reiz aus, der die Stimmung der Zeit widerspiegelt.

Die Ausstellung wurde am 4. Mai um 18.00 Uhr eröffnet und war bis zum bis 28. Juli 2017 zu sehen.

Angelika Merkelbach-Pinck. Schriftstellerin und Volkskundlerin

In der Literaturgeschichte der französisch-deutschen Grenzregionen hat Angelika Merkelbach-Pinck (1885 bis 1972) einen festen Platz als Sammlerin von Sagen, Märchen und Legenden aus Lothringen. Neun Jahre lang bereiste sie die Gegend „vom Fuße der Vogesen bis zum Rande Luxemburgs, von der Saarpfalz bis zur französischen Grenze hin“ und schrieb auf, was ihr die Alten in der „Meistube“ (der Spinnstube) erzählten. Die Heimat, Kulturraum der Legenden und Sagen, war das zentrale Thema ihres Lebens und Werkes, ebenso wie der lothringische Dialekt, in dem Angelika Merkelbach-Pinck die Märchen und Sagen niederschrieb, wie es ihr „von jung und alt erzählt wurde.“

Die Situation Lothringens als politischer Zankapfel zwischen Frankreich und Deutschland beschäftigte die Autorin ebenfalls. Sie setzte sich für eine friedliche Verständigung ein, reflektierte aber auch die Problematik der Sprachgrenze und den damit einhergehenden Identitätskonflikt.

Die Ausstellung, die von der Germanistin Daniela Himbert kuratiert worden ist, zeigt Dokumente und Photographien aus den Sammlungen des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass.

Die Ausstellung wurde am 19. Januar um 18.30 Uhr eröffnet und war bis zum bis 13. April 2017 zu sehen.

Neuerwerbungen aus den Sammlungen des Literaturarchivs

Zu den Aufgaben des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass gehört die Akquisition von regionalliterarischen Beständen, deren Bewahrung und wissenschaft­liche Auf­arbeitung. Die Ausstellung eröffnete einen Einblick in die Sammeltätigkeit des Archivs und präsentierte Neuerwerbungen der letzten Jahre. Vorgestellt wurden umfangreiche Nach- bzw. Vorlässe von Autorinnen und Autoren der Region, aber auch kleinere Sammlungen, einzelne Autographen sowie besondere Fundstücke. Die Vielfalt der im Archiv aufbewahrten Dokumentarten wie Bücher, Briefe, Werkmanuskripte und Lebensdokumente wurde illustriert, zugleich wurde ein Querschnitt über die inhaltlichen Akzente des Literaturarchivs geboten. Die zeitliche Bandbreite der Exponate reichte vom 19. Jahrhundert bis in die aktuelle Gegenwart.

Ausstellungsort war die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek (Campus Saarbrücken, Gebäude B1 1).

Die Ausstellung wurde am 27. Oktober 2016 um 17 Uhr eröffnet und war bis zum 23. Dezember 2016 zu sehen.

„Geworden in der Schlacht vor Verdun“ Literarische Zeugnisse

Das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass verwahrt eine umfangreiche Sammlung literarischer Zeugnisse der Schlacht von Verdun (21. Februar bis 19. Dezember 1916). Erstausgaben und Widmungsexemplare, Briefe und Dokumente dokumentieren das Kriegsgeschehen, Erlebnisse und Erinnerungen, aber auch Versuche der retrospektiven Einordnung der Kämpfe.

Die Ausstellung wurde am 3. Februar 2016 eröffnet und war zum 20. September 2016 zu sehen.

Hommage à St. Remi. Frottagen nach mittelalterlichen Steintafeln von Monika Bugs

Monika Bugs hat mit Papier und Bleistift bildnerische „Übersetzungen“ der mittelalterlichen Steintafeln der Basilika Saint-Remi in Reims geschaffen. Ihre Deutungen der in Blei inkrustierten biblischen Botschaften des Alten Testaments sind einerseits Ausdruck eines eigenständigen ästhetischen Formwillens, andererseits Vergegenwärtigungen steinerner Zeugnisse mittelalterlicher Bildkunst.

Nicht zuletzt sind die Frottagen von Monika Bugs ein beeindruckendes künstlerisches Projekt vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Geschichte.

Die Ausstellung wurde am 17. November 2015 eröffnet und war bis zum 28. März 2016 zu sehen.

Hans Bernhard Schiff zum einhundertsten Geburtstag

Hans Bernhard Schiff hat wie kein anderer das literarische Leben des Saarlands in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt. Von 1948 bis 1956 war er Leiter der literarischen Abteilung des Saarländischen Rundfunks, Mitgründer des Saarländischen Schriftstellerverbands und lange Jahre dessen Vorsitzender. Er pflegte freundschaftliche Beziehungen zu Kollegen und setzte sich für ihre Werke ein; die Förderung junger Autorinnen und Autoren lag ihm besonders am Herzen.

Die Ausstellungsobjekte aus seinem Nachlass dokumentierten sein vielfältiges, alle Gattungen umfassendes Werk, seine weltoffene Persönlichkeit und das lebendige Vermächtnis seiner Humanität.

Die Ausstellung war vom 21. Juli bis zum 18. Dezember 2015 zu sehen.

Peter Strickmann | sounds like words

Die Klanginstallationen von Peter Strickmann thematisieren Geräusche, die in der Lage sind, sich gegenseitig und stetig ins Wort zu fallen. Die konstruierten Wortschätze, ihre fremden Morpheme, entspringen dabei mechanischen, zufallsreichen Bewegungen und behaupten sich am Rande unserer vertrauten Sprechweisen und Sprachsysteme. So können in den Fluren des Literaturarchivs Inhalte hergestellt und Sinnfetzen halluziniert werden. Es darf gesucht werden, wovon gesprochen wird, und gefunden, was niemand je gesagt hat.

Peter Strickmann wurde 1983 in Würselen geboren. Nach einem Studium der Philosophie und Sozialwissenschaften in den Jahren 2003 bis 2004 an der Universität Duisburg-Essen, studierte er 2008 bis 2013 ein Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar bei Christina Kubisch (audiovisuelle Kunst) und Georg Winter (Bildhauerei, Public Art). Seit 2013 ist er Meisterschüler von Professorin Christina Kubisch und absolviert ein Vertiefungsstudium bei Professor Andreas Oldörp im Bereich der Sound Art.

Seit 2010 arbeitet Peter Strickmann mit Philipp Hawlitschek im Duo KRAPFNN, seit 2009 ist er Betreiber des "Schnarcharchivs" und seit 2014 Mitglied des "Planet Dance Ensembles". Er ist kuratorisches Mitglied im "Neuen Saarbrücker Kunstverein" und Initiator der seit 2011 aktiven "SSEA – Society for a Sonic Enrichment of the Air".

Die Ausstellung wurde am 9. Juni 2015 eröffnet und war bis zum 31. Juli 2015 zu sehen.

Karl Conrath | Das zeichnerische Werk

Der Autor, Journalist, Volks- und Heimatkundler Karl Conrath (1910 bis 1992) wurde in Mettlach geboren und lebte später in Saarbrücken, wo er am Kultusministerium beruflich tätig war. Bekannt geworden ist Conrath mit moselfränkischen Mundartdichtungen, regional gefärbten (historischen) Anekdoten, Feuilletons sowie Forschungen zu Sprache, Kunst und Kultur im Mettlacher Raum.

Sein großes Talent als Illustrator ist eine bislang weniger bekannte Facette dieses Schriftstellers. Die Ausstellung präsentierte eine Auswahl von Landschaftsskizzen, Portraitzeichnungen und Karikaturen.

Die Ausstellung war vom 19. März 2015 bis zum 7. Juni 2015 zu sehen.

Jedermannskrieg. Objekte und Erinnerungen 1914 | 2014

Der Erste Weltkrieg hat in Literatur und Wissenschaft in den vergangenen Jahren verstärkt Beachtung gefunden, während er im Alltagsbewusstsein kaum mehr präsent ist. Insbesondere in den Regionen entlang der deutsch-französischen Grenze haben die kämpferischen Auseinandersetzungen nicht nur Spuren in der Landschaft hinterlassen, sondern auch in den privaten Überlieferungen.

Die Ausstellung zeigte Erinnerungsstücke aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Dabei handelte es sich um Leihgaben aus Privatbesitz, mit denen eine persönliche Geschichte verbunden ist.

Die Ausstellung war vom 24. September 2014 bis zum 3. März 2015 zu sehen.

Wo ich bin | Dem Lyriker und Übersetzer Klaus Martens zum siebzigsten Geburtstag

Der Saarbrücker Amerikanist und Kanadist Klaus Martens hat nicht nur durch sein wissenschaftliches Werk national wie international auf sich aufmerksam gemacht. Durch sein dichterisches Schaffen hat er sich einen prominenten Platz im Kanon der deutschsprachigen Lyrik der Gegenwart erworben. Zudem gehört er seit der Mitte der 1980er Jahre zu den profiliertesten Übersetzern englischsprachiger Literatur in Deutschland, so hat er u. a. die deutsche Ausgabe der Werke von Dylan Thomas im Carl Hanser Verlag herausgegeben und den karibischen Dichter und Schriftsteller Derek Walcott, Nobelpreisträger des Jahres 1992, ins Deutsche übertragen.

Mit Manuskripten und Materialien eröffnete die Ausstellung einerseits Zugänge zur Werkgeschichte des Lyrikers, andererseits Einblicke in die Werkstatt des Übersetzers.

Die Ausstellung wurde am 25. Juni 2014 eröffnet und war bis zum 7. September 2014 zu sehen.

Unter Menschen | Fotografien von Mark Heydrich

Die Fotografieausstellung „Unter Menschen“ versammelte Arbeiten des in Saarbrücken lebenden Künstlers und Schriftstellers Mark Heydrich aus den letzten zehn Jahren. Gezeigt wurden Orte und Menschen aus dem privaten Umfeld des Künstlers in zufälligen, aber auch inszenierten Situationen.

Die Ausstellung wurde am 22. Mai 2014 eröffnet und war bis zum 31. Juli 2014 zu sehen.

I can't wait | Alfred Gulden als Filmemacher

Am 25. Januar 2014 wurde der im Saarland und München lebende Schriftsteller Alfred Gulden siebzig Jahre alt. Aus diesem Anlass zeigte das Literaturarchiv eine Ausstellung, die sich dem filmischen Schaffen dieses vielseitigen Autors widmete. Schriften, Lebenszeugnisse und Gegenstände eröffneten einen Blick in die Werkstatt des Filmemachers und dokumentierten den Entstehungsprozess einiger Filme wie ­Grenzfall Leidingen oder A Coney Island of my heart von den ersten Ideen und Entwürfen bis zur Produktion.

Die Ausstellung wurde am Dienstag, 28. Januar 2014, um 18.30 Uhr eröffnet und war bis zum 30. April 2014 zu sehen.

Prägungen | Gustav Regler zum fünfzigsten Todesjahr

Gustav Regler diskutiert die Widersprüche und Verwerfungen der deutschen Geistesgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Romane und Erzählungen, autobiografischen und essayistischen Schriften dokumentieren zugleich die unterschiedlichen Prägungen, die seinen Lebensweg bestimmt haben: Hierzu gehören nicht nur das Elternhaus in Merzig, die Kindheit und Jugend im Spannungsfeld der deutsch-französischen Grenzkonflikte und der Einfluss des Katholizismus auf sein Denken, der sich im Alterswerk in einer Affinität zum Spirituellen bemerkbar macht, sondern auch die Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg und während des Spanischen Bürgerkrieges. Die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus prägt seine Vorstellungswelt ebenso wie die Begegnung mit den Malern in der Künstlerkolonie Worpswede, dem Surrealismus oder der Volkskunst der indianischen Kulturen während seiner Exilzeit in Mexiko.

Die Ausstellung war vom 17. Oktober 2013 bis zum 31. Januar 2015 im Museum Schloss Fellenberg, Torstraße 45a, 66663 Merzig zu sehen.

Monika Zorn Fotografien

Die in den vergangenen Jahren entstandenen Arbeiten von Monika Zorn zeigen eindrucksvoll, wie sich aus dem Ausschnitt eines Raums ein neuer eröffnet. Ihre Fotos schauen in Gebäude hinein, im Blick ihres Objektivs ordnen sich Formen in Licht und Schatten zu ungewohnten Perspektiven.

Das Literaturarchiv zeigt eine Auswahl von Bildern der renommierten, in Saarbrücken lebenden Fotografin, die seit 1987 regelmäßig an den Landeskunstaustellungen beteiligt gewesen ist.

Die Ausstellung wurde am Donnerstag, 22. August, 18.30 Uhr eröffnet und war bis zum 15. November 2013 zu sehen.

Korrespondenzen | Gustav Regler zum fünfzigsten Todesjahr

Die Ausstellung zeigt Briefe, die Gustav Regler während seiner Emigration in den Jahren 1933 bis 1945 erhalten hat. Sie dokumentieren die Stationen und Kontakte des Schriftstellers im Exil: die politische Arbeit in Frankreich, die Reisen in die Sowjetunion, den Kampf im Spanischen Bürgerkrieg, eine Spendenreise in die Vereinigten Staaten von Amerika, die Haft in einem französischen Lager, die Flucht nach Mexiko, den Bruch mit dem Kommunismus. Zugleich eröffnen sie ein Panorama des Freundes- und Bekanntenkreises von Regler, zu denen Heinrich, Klaus und Thomas Mann ebenso zählten wie André Malraux oder Eleanor Roosevelt.

Die Ausstellung wird am Dienstag, 19. März, 18.30 Uhr eröffnet und wird bis zum 6. September 2013 zu sehen sein.