Lehrveranstaltung von Hermann Gätje im Sommersemester 2018

Proseminar: Till Eulenspiegel in der Literatur

Die Figur des Till Eulenspiegel entfaltet von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart eine ungebrochene Wirkung in der deutschen Kultur und weit darüber hinaus. Momentan zeigt sich dies eindrücklich am Erfolg von Daniel Kehlmanns Eulenspiegel-Roman „Tyll“. Der Name Eulenspiegel wurde zu einem Synonym für die gesamte Gattung der Narrenliteratur.

Das Proseminar möchte die Gestaltung und Entwicklung dieser Figur von ihren Anfängen bis in die Gegenwartsliteratur nachzeichnen, ihre Konstanz und Varianz im Lauf der Zeit untersuchen.

Drei Eulenspiegel-Texte, die Ursprung und Aktualität des Stoffes markieren, sollen die Basis des Proseminars bilden. Weitere Literatur und Themen werden in der ersten Sitzung vorgestellt und besprochen.

 

Literatur:

- Ein kurtzweilig lesen von Dyl Vlenspiegel (Drucker: Johannes Grieninger). Straßburg 1515 (Digitalisat).

- Clemens Setz (Text)/Philip J. Waechter (Ill.): Till Eulenspiegel. Dreißig Streiche und Narreteien. Berlin 2015.

- Daniel Kehlmann: Tyll. Reinbek bei Hamburg 2017.

 

Das Proseminar findet montags von 14.00 bis 16.00 Uhr c. t. statt, es beginnt am 9. April 2018.

 

 

Lehrveranstaltung von Sikander Singh im Sommersemester 2018

Hauptseminar: Kometensprüche und -lieder des 17. Jahrhunderts

Wenngleich im 17. Jahrhundert ebenso viele Kometen zu beobachten waren wie im 16. und 18. Jahrhundert, erlangten die nächtlichen Himmelserscheinungen in den Jahrzehnten, die dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) vorangingen und folgten, für die Menschen eine besondere Bedeutung, die sich in hunderten von Flugschriften spiegelt. Diese berichten von Kometenbeobachtungen, beschreiben die Sternbilder, durch welche der Komet gelaufen ist, seine Stellung relativ zur Erde, die Beschaffenheit seines Schweifes, seine Farbe und Geschwindigkeit, thematisieren konkurrierende Theorien zu seiner Entstehung und Natur und erörtern schließlich die Frage nach der Deutung der Kometenerscheinung, seiner Wirkung und Zeichenhaftigkeit im Sinne einer prophetisch-warnenden Funktion.

Das Seminar widmet sich zwei in diesem Kontext verbreiteten Textsorten, deren Literarizität sie von den Flugschriften unterscheidet. In der literarhistorischen Einordnung und der Diskussion von Interpretationsansätzen finden kulturhistorische, geistes- und ideengeschichtliche sowie ästhetische Fragen gleichermaßen Berücksichtigung.

 

Die Texte, die der Seminardiskussion zugrunde liegen, werden zu Beginn des Semesters als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt.

Folgende Forschungsarbeiten sollen zur Vorbereitung und Vertiefung herangezogen werden:

- Andreas Bähr: Der grausame Komet. Himmelszeichen und Weltgeschehen im Dreißigjährigen Krieg. Reinbek bei Hamburg 2017.

- Grenzgänger zwischen Himmel und Erde. Kometen in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Christoph Meinel. Regensburg 2009 [Kataloge und Schriften der Staatlichen Bibliothek Regensburg, Bd. 1].

- Volker Meid: Die deutsche Literatur des Barock. Vom Späthumanismus zur Frühaufklärung 1570–1740. München 2009. [Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Begründet von Helmut de Boor und Richard Newald. Bd. V.]

 

Das Hauptseminar findet montags von 16.00 bis 18.00 Uhr c. t. statt, es beginnt am 9. April 2018.