Kommentare, Kämpfe, Kontroversen. Karl Marx zum 200. Geburtstag

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesungen
 
im Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken
 
Wintersemester 2017/18 | montags, 18.30 Uhr

 

Der Philosoph Karl Marx zählt zu den umstrittensten und zugleich wirkungsmächtigsten Denkern des 19. Jahrhunderts. Indem er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Epoche analysierte und in eine geschichtsphilosophische Perspektive stellte, wurde er – gemeinsam mit Friedrich Engels – zum Begründer des Wissenschaftlichen Sozialismus. Seit dem 20. Jahrhundert haben wir gelernt, den Nationalökonomen und Soziologen, den Begründer der Arbeiterbewegung und Revolutionär vor dem Hintergrund der realpolitischen Auswirkungen seiner Gesellschaftstheorie in der Folge der Oktoberrevolution des Jahres 1917 zu betrachten. Auch haben seine Analysen, die in der Tradition der Aufklärung auf die Emanzipation des Menschen zielen, die politischen Vorstellungen der nonkonformistischen, kultur- und zivilisationskritischen Jugendbewegung der 1960er und 1970er Jahre wesentlich geprägt. Soziologische, aber auch kultur- und literaturwissenschaftliche Theoriebildungen dieser Jahre nehmen in vielfacher Hinsicht Bezug auf Marx‘ kritische Deutung der Wirtschaftsordnung und des Menschbildes des Kapitalismus.

Aus Anlass des 200. Geburtstages des Philosophen beleuchtet die achte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung einerseits historische, ökonomische, literaturwissenschaftliche und wirkungsgeschichtliche Perspektiven auf Leben und Werk. Andererseits reflektieren ausgewählte Filme, die jeweils von einer kurzen, filmwissenschaftlichen Einführung eingeordnet werden, die Nachwirkungen seines Denkens, das sich mit der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beschäftigte.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen ist Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung und dem Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Die Vorlesungen dauern in der Regel eine Stunde. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen.

 

Programm

 

23. Oktober 2017 | Vortrag

Slavistik-Brigade der Universität des Saarlandes

Karl Marx im Wunderland des real existierenden Sozialismus

 

30. Oktober 2017 | Film

Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? (D 1932). Regie: Slatan Dudow. Drehbuch: Bertolt Brecht. Musik: Hanns Eisler. Laufzeit: 74 Min.

 

6. November 2017 | Vortrag

Professor Dr. Gabriele Clemens (Neuere Geschichte und Landesgeschichte)

Der frühe Karl Marx vor 1848

 

13. November 2017 | Vortrag

Professor Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink (Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle

Kommunikation)

Nietzsche contra Marx. Positionierungen im Werk von Michel Foucault

 

20. November 2017 | Vortrag

Dr. des. Michael Buchner (Wirtschafts- und Sozialgeschichte)

Karl Marx über soziale Ungleichheit. Eine Beurteilung seiner Prognosen im Spiegel der zeitgenössischen Forschung

 

27. November 2017 | Film

Uccellacci e Uccellini / Große Vögel, kleine Vögel (I 1966). Regie und Drehbuch: Pier Paolo Pasolini. Laufzeit: 88 Min.

 

4. Dezember 2017 | Vortrag

Professor Dr. Sikander Singh (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Heinrich Heine und Karl Marx

 

11. Dezember 2017 | Film

Sacco und Vanzetti (USA 2006). Regie: Peter Miller. Laufzeit: 81 Min. OmU.

(Dokumentarfilm)

 

17. Dezember 2017 | Gespräch

10.00 Uhr Sonntagsbrunch mit Filmgesprächen

(Anmeldung im Filmhaus erforderlich)

 

8. Januar 2018 | Vortrag

Professor Dr. Joachim Frenk (Britische Literatur- und Kulturwissenschaft)

Charles Dickens und Karl Marx

 

15. Januar 2018 | Film

It’s a Free World (UK/I/D/ES/PL 2007). Regie: Ken Loach. Drehbuch: Paul Laverty. Laufzeit: 96 Min.

 

22. Januar 2018 | Vortrag

Dr. Hermann Gätje (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Marxismus und Postmarxismus als Paradigmen in der Literatur

 

29. Januar 2018 | Film

Der große Crash – Margin Call (USA 2011). Regie und Drehbuch: Jeffrey C. Chandor. Laufzeit: 109 Min.