07 „zu Glück und Ruhm gereichendes Werk“

  • 07 „zu Glück und Ruhm gereichendes Werk“

Sigmund Freiherr von Herder: Quittung mit eigenhändiger Unterschrift. Datiert: Freiburg, 8. März 1820. ½ S. Folio.

Sigmund August Wolfgang von Herder (1776 bis 1838) war der zweite Sohn des Dichters und Kulturphilosophen Johann Gottfried von Herder. Neben Goethe waren Johann Georg Hamann und Matthias Claudius seine Taufpaten. Nach dem Studium in Jena, Göttingen, Wittenberg und an der Bergakademie in Freiberg trat er in den Dienst des sächsischen Königs. 1819 wurde er zum Vizeberghauptmann, 1826 zum Oberberghauptmann berufen; er war damit der höchste Beamte im sächsischen Bergstaat. Walter Schelhas schreibt in der „Neuen Deutschen Biographie“ über seine Verdienste: „Sein großzügiges Sanierungsprogramm für den sächsischen Bergbau (1817) war von nahezu neuzeitlichem Zuschnitt und bewirkte wesentliche Verbesserungen im Riß-, Geding-, Bergmaterialien-, Prüfungs- und Taxwesen, besonders aber Vervollkommnungen im Maschinenwesen. Die Technik des Bergbau- und Hüttenbetriebes entwickelte er durch zielbewußten Einsatz neuer Erfindungen im Maschinenwesen zu bedeutender Höhe, die Bewirtschaftung gestaltete er durch planmäßige Verbesserung der Verwaltung rationeller. […] Besonders bemerkenswert ist sein großer Plan, die Gruben des gesamten Freiberger Reviers durch einen gemeinsamen Stolln, den Elbstolln, zu entwässern. Dieses Hauptprojekt Herders, zu dem A. von Humboldt ein Gutachten verfaßte und das Goethes stärkstes Interesse einer ‚Großen Unternehmung‘ fand, wurde später (1844–77), nach dem Vorschlag des Bergmeisters von Weißenbach leicht abgeändert, als ‚Rothschönberger Stolln‘ verwirklicht.“