09 „habe traurig die alten Ofen gesehen“

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Briefwechsel des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Goethe in den Jahren von 1775 bis 1828. Weimar: Landes-Industrie-Comptoir 1863.

Am 18. Februar 1777, bereits kurz nach seiner Ankunft in Weimar, wurde Johann Wolfgang Goethe von Herzog Carl August in die Bergwercks-Commission berufen. 1780 wurde ihm die Direktion über alle Bergwercks-Angelegenheiten des Herzogtums übertragen. Er behielt sie bis in das Jahr 1804.

Ziel seiner Tätigkeit im diesem Bereich war die Wiedereröffnung des Kupferschieferbergbaus in dem zur Weimarer Herrschaft gehörenden Ilmenau. Bei diesem Vorhaben ging es zum einen darum, mit Hilfe der Kupfer- und Silbervorkommen den Staatshaushalt des Herzogtums zu unterstützen. Zum anderen aber sollte die Wiederaufnahme des 1739 nach einem Unglück eingestellten Bergbaus die wirtschaftliche Situation der Stadt Ilmenau verbessern.

Das Vorhaben ist ein charakteristisches Beispiel für die aufgeklärte Politik, mit der Carl August seit seinem Regierungsantritt versuchte, das Herzogtum mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Einsichten ökonomisch und gesellschaftlich zu modernisieren. Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, warum das Scheitern des Projektes Johann Wolfgang Goethe in besonderer Weise traf. Zwar regte ihn dieser Teil seiner amtlichen Tätigkeit zwar erstmals zu naturwissenschaftlichen Studien an, aber der Niedergang des über dreißig Jahre lang mit großem finanziellen Aufwand betriebenen Ilmenauer Bergbaus markierte zugleich die Grenzen, die dem menschlichen Fortschritt durch natürliche Gegebenheiten, aber auch durch eigene Unzulänglichkeit gesetzt sind.

Zu sehen ist ein Schreiben Goethes vom 18. Oktober 1784 an Carl August.