„Ortsnamen · Namen überhaupt“ – Literarische Lebensstationen im Saarland und anderswo

In dem Roman „À la recherche du temps perdu“ von Marcel Proust werden Orte zu Chiffren für den Raum zwischen Erinnerung und Fiktion. Bereits der Klang eines Namens evoziert Erinnerungsbilder; das im Lauf der Zeit Verlorene wird solchermaßen in der Kunst bewahrt, tatsächliche Topografie und Vorstellung fallen in eins.
Die Spannung von Heimat und Ferne, Welt und Winkel, um eine Formulierung von Alfred Gulden zu verwenden, ist in der Literatur des Saarlandes ein wiederkehrender Topos: Autorinnen und Autoren haben nahe und ferne Orte beschrieben, die für ihre Texte eine symbolische, für ihre Lebenserzählung eine prägende Bedeutung erlangten.
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Texten, die einen Bogen zwischen Städten und Landschaften entlang der Saar und Metropolen und fernen Weltgegenden spannen. Betrachtungen über die Heimat oder Urlaubsreisen stehen neben Lebenswegen, deren Stationen durch den Wunsch nach Veränderung, berufliche Notwendigkeit oder gar politische Verfolgung bedingt waren.

Die Ausstellung wurde am 26. Juni 2019 eröffnet und ist bis zum 11. Januar 2020 zu sehen.