Saarländische Identität(en)

Das Saargebiet wurde infolge der Friedensregelungen des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 aus Teilen der Preußischen Rheinprovinz und der Bayerischen Pfalz für fünfzehn Jahre als Mandatsgebiet des Völkerbunds gebildet. Damit entstand die territoriale Einheit, aus der das heutige Saarland erwuchs.

Da es sich um ein politisches Gebilde handelt, das aus Teilen verschiedener deutscher Regionen mit unterschiedlichen Traditionen und Idiomen zusammengesetzt wurde, stellt sich die Frage, ob und auf welche Weise sich in den letzten einhundert Jahren Elemente einer saarländischen Identität entwickelt haben. Auch können sich ursprüngliche Diversitäten erhalten haben, die dennoch Bestandteile einer gemeinsamen Identität sein können. Schließlich haben die wechselvollen politischen Ereignisse seit 1920 eine gemeinsame identitätsstiftende Geschichte hervorgebracht.

Die Ausstellung präsentiert literarische Zeugnisse aus den vergangenen einhundert Jahren, welche die komplexen Entwürfe einer saarländischen Identität auf unterschiedlichen Ebenen widerspiegeln: Mundarten, Bräuche und Sitten, Industrielandschaft und Wälder, die Grenze zu Frankreich, Bergbau und Stahlindustrie, der Fluss Saar, die Religion und das historische Bewusstsein.

Die Ausstellung wurde am 5. Februar 2020 eröffnet.