Lehrveranstaltung von Sikander Singh im Sommersemester 2019

Christoph Ransmayr

Der Österreicher Christoph Ransmayr (geboren 1954) ist einer jener Schriftsteller, deren Schreiben von der fortwährenden Betrachtung über die Möglichkeiten und Grenzen des literarischen Erzählens bestimmt wird. Die Imagination, der Mythos und der Traum stehen in seinen Romanen widerspruchslos neben dem Historischen, dem Gegenwärtigen und auf Reisen Geschauten. Indem Fiktion und Wirklichkeit einander in diesen Textwelten durchdringen, ist seine erzählende Prosa als eine selbstreflexive Poetologie zu lesen.
Das Seminar erörtert ausgewählte Romane, entwickelt exemplarische Deutungszugänge und diskutiert verschiedene Ansätze der Einordnung in den Diskurs der Literatur der Gegenwart. Darüber hinaus werden dichtungstheoretische Aufsätze, Essays und Reden Ransmayrs herangezogen.

Das Hauptseminar findet montags von 16.00 bis 18.00 Uhr statt.

Folgende Werke, die Gegenstand der Seminardiskussion sein werden, sind bereits während der Vorlesungsfreien Zeit zu lesen. Die Seminarlektüren sind sowohl im Buchhandel als auch auf dem antiquarischen Markt in unterschiedlichen Ausgaben greifbar.

- Die letzte Welt. Nördlingen 1988.
- Morbus Kitahara. Frankfurt am Main 1995.
- Der fliegende Berg. Frankfurt am Main 2006.
- Cox oder Der Lauf der Zeit. Frankfurt am Main 2016.


Über den Autor und den literarhistorischen Kontext seines Werkes können Sie sich in Vorbereitung des Seminars in folgendem Werken informieren:

- Die Rampe, Heft 3 (2009) [Porträt Christoph Ransmayr. Hrsg. von Manfred Mittermayer und Renate Langer].
- Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr. Hrsg. von Insa Wilke. Frankfurt am Main 2014.
- Text und Kritik. Zeitschrift für Literatur 220 (2018) [Christoph Ransmayr. Hrsg. von Doren Wohlleben].


Lehrveranstaltung von Hermann Gätje im Sommersemester 2019

Georg Büchner im deutsch-französischen Literaturdiskurs

Der achtzehnjährige Büchner zog Anfang November 1831 zum Studium von Darmstadt nach Straßburg; damit begann die zentrale Schaffenszeit des Schriftstellers und politischen Aktivisten, die mit seinem frühen Tod im Februar 1837 endete. Von diesen gut fünf Jahren verbrachte Büchner rund dreieinhalb Jahre in der elsässischen Metropole, die ihm eine „zweite Vaterstadt“ wurde, wie er in einem Brief schrieb.

Die Bezüge zu Frankreich in Büchners Werk sind vielfältig und facettenreich. So thematisiert das Drama „Dantons Tod“ die Französische Revolution, die Erzählung „Lenz“ spielt im Elsass und greift kulturgeschichtlich auf die bedeutende Rolle Straßburgs während der Goethezeit zurück. Zudem hat Büchner sich in zahlreichen Briefen über die politischen Verhältnisse in Deutschland und Frankreich sowie die Rolle des Elsass‘ zwischen den beiden Kulturen geäußert.

Das Proseminar behandelt dieses Verhältnis aus mehreren Perspektiven. Zum einen sollen die Texte Büchners im Hinblick auf sein Bild von Frankreich gelesen werden, zum anderen wird nach der Rezeption Büchners in Frankreich gefragt. Zusammenführend stellt sich die Frage, inwieweit man Büchners Texten und dem Diskurs um sein Werk eine kulturvermittelnde Funktion zuweisen kann.

Das Proseminar findet montags von 12.00 bis 14.00 Uhr statt.

 

Primärliteratur:

Georg Büchner: Dichtungen. Hg. von Henri Poschmann unter Mitarbeit von Rosemarie Poschmann. Frankfurt am Main 2006 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch. Band 13/1).

Georg Büchner: Schriften, Briefe, Dokumente. Hg. von Henri Poschmann unter Mitarbeit von Rosemarie Poschmann. Frankfurt am Main 2006 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch. Bd. 13/2).

 

Zu Leben und Werk:

Jan-Christoph Hauschild: Georg Büchner. Reinbek bei Hamburg 3. erw. Aufl. 2013 (rororo Monographien).