11 In Widersprüchen: Oskar Wöhrle

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1937 kehrte Oskar Wöhrle wieder nach Deutschland zurück. Hier war er zunehmend in der Kulturpropaganda der Nationalsozialisten tätig; zudem wirkte er in der Publizistik anti-französischer, deutsch-elsässisch autonomistischer Kreise mit. Wöhrle veröffentlichte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einige Bücher mit Soldatenliedern, unter anderem „Kamrad im grauen Heer. Ein Soldaten-Brevier“ (1940), das als Typoskript in mehreren Fassungen vorliegt. Diese affirmativ wirkenden Texte über Tapferkeit und Kameradschaft kontrastieren mit jenen pazifistischen und desillusionierten Skizzen aus dem „Bumserbuch“. Auch wenn man einräumt, dass diese späteren Texte in ihrer einseitigen Ausrichtung unter einem Anpassungsdruck entstanden sind, spiegelt sich die Widersprüchlichkeit in Wöhrles Verhältnis zum Militär schon in früheren Texten. Sein Schriftstellerfreund Quirin Engasser (1907 bis 1990) hat diese Prägung treffend erfasst: „Für ihn, den Heimatlosen und Entwurzelten […] war die Kameradschaft in der Truppe zur Heimat geworden.“